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Cannabis-Extrakte selbst herstellen

Im Gegensatz zu den USA, wo es geradezu verpönt ist, sein Marihuana mit Tabak zu vermischen, erfreut sich diese Methode des Mischkonsums im deutschsprachigen Raum und in den mittel- und südeuropäischen Ländern nach wie vor größter Beliebtheit. In Anbetracht zahlreicher wissenschaftlich erwiesener gesundheitlicher Nachteile, muss man sich fragen, warum eigentlich – nun, der Mensch ist nun mal ein Gewohnheitstier. Aber, wenn es hier schon um das Thema Gesundheitsschutz beim Kiffen gehen soll, dann sollte man in erster Linie das Rauchen an sich infrage stellen.

Do it yourself!

Es ist nämlich mit relativ einfachen Mitteln möglich, sich im Do-it-yourself-Verfahren sein eigenes THC-haltiges Cannabisöl beziehungsweise -Extrakt herzustellen. Gerade für medizinische Patienten, die die gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen des Konsums auf ein Minimum reduzieren möchten, sind diese Methoden von Interesse. Aber auch für den Freizeitkonsumenten stellt die Extraktion eine interessante Möglichkeit dar, sein Lieblingskraut in reiner Form zu genießen.

Die Qual der Wahl

Grob gesagt gibt es drei Methoden, die sich zur Extraktion eignen. Alle drei sind kein Hexenwerk und es werden auch keine allzu ausgefallenen Gerätschaften benötigt, um erfolgreich zu arbeiten. Nichtsdestotrotz wird die Butan-Methode im Folgenden aufgrund erhöhter Explosionsgefahr nicht berücksichtigt werden. Immer wieder finden sich leider Pressberichte, nach denen junge Männer bei der Butanextraktion sich selbst und ihre Nachbarn in die Luft sprengen. Für bundesweites Aufsehen sorgte beispielsweise der Fall des Rappers Dr. Knarf, der sich dabei schwere Verletzungen zugezogen hatte. Und was bringt es schon, auf einige Milligramm Blausäure oder Teer zu verzichten, wenn man sich dafür die Hände absprengt und den ganzen Balkon gleich mit?

Zum Glück gibt es ja noch die anderen beiden Methoden, deren Durchführung man als relativ risikoarm bezeichnen kann.

1. Direktharzmethode
2. Extraktion mit Alkohol

Direktharzmethode

Die Direktharzmethode empfiehlt sich zwar eher für kleinere Mengen, dafür benötigt man aber auch lediglich einige wenige, alltägliche Gerätschaften, um gute Resultate zu erzielen. Mit einem handelsüblichen Bügeleisen (ein Glätteisen täte es auch) und etwas ungewachstem (!) Backpapier kann man sich sogleich ans Werk begeben. Und das sieht so aus: das Backpapier wird in der Mitte gefalzt, dann wieder aufgeklappt und entlang der Faltnaht etwa alle drei Zentimeter mit einem kleinen Häufchen Pflanzenmaterial (Blüten enthalten natürlich die meisten Cannabinoide, aber auch Blätter und Stängel enthalten Wirkstoffe) belegt. Anschließend wird das Papier an der Faltnaht wieder zugeklappt. Das Pflanzenmaterial befindet sich nun innerhalb der Tasche aus Backpapier und entlang der Faltnaht befindet sich alle paar Zentimeter eine kleine Erhöhung mit Pflanzenmaterial. Nun presst man solch einen Hügel mit einem auf 180 Grad Celsius vorgeheizten Bügeleisen etwa drei Sekunden lang kräftig zusammen. Durch die starke Hitzepressung schmilzt das Pflanzenmaterial regelrecht, bevor es wieder kondensiert und sich in Form einer zähflüssigen Paste auf dem kühleren Papierbereich neben dem ursprünglichen Hubbel sammelt, die man lediglich noch abschaben muss (am besten mit einer Rasierklinge oder ähnlichem).

Alkoholextraktion

Für die Extraktion mit Alkohol werden folgende Hilfsmittel benötigt: 90-prozentiger Ethylalkohol und ein Gefrierschrank (den man wohl voraussetzen kann) reichen für diese Methode vollkommen aus. Leider benötigt diese Methode gegenüber der soeben vorgestellten deutlich mehr Zeit. Außerdem muss das verwendete Pflanzenmaterial vorher decarboxyliert werden: zu diesem Zweck verteilt man es auf einem Backblech (mit Backpapier) und erhitzt es für etwa 60 Minuten auf 115 Grad Celsius (zum Beispiel im Backofen). Dieser zusätzliche Schritt ist nötig, weil es ansonsten sowohl während der Extraktion als auch beim Konsumieren selbst nicht mehr erhitzt wird. Das decarboxylierte Pflanzenmaterial wird nach der Abkühlung in einem verschließbaren Glas mit dem eisgekühlten Alkohol übergossen und (verschlossen) ins Eisfach gestellt. Dort verbleibt es die nächsten fünf Tage, allerdings sollte es zweimal am Tag kurz herausgenommen und geschüttelt werden. Nach Ablauf der Zeit können Flüssigkeit und Pflanzenteile durch einen Kaffeefilter wieder voneinander getrennt werden. Die begehrte Flüssigkeit sollte nun noch etwa zwei Tage an einem trockenen Platz ruhen, damit Alkohol und Wasser so weit wie möglich verdunsten können und nur das reine Öl zurückbleibt. Das füllt man danach am besten in Fläschchen aus dunklem Glas, in denen es etliche Monate haltbar bleibt.

Noch ein kleiner Tipp am Rande für das perfekte Gelingen: natürlich kann man aus jeder Cannabissorte ein Extrakt gewinnen, am besten sind aber harzige und terpenreiche Strains wie zum Beispiel White Widow oder Sour Diesel geeignet.

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