Seedsman Blog

Cannabisanbau und der EC-Wert

Wofür steht der EC-Wert?

Für den Anbau von Cannabis benötigt man keine jahrelange Erfahrung oder gar Ausbildung – jede Growerin und jeder Grower mit etwas Zeit und Muße kann sich in das Thema einlesen und durch eigene Erfahrungen in kurzer Zeit zu ansehnlichen Resultaten gelangen, bei denen Qualität und Quantität der Marihuana-Blüten im oberen Bereich liegen. Doch damit sich Cannabispflanzen optimal entwickeln und dicke, harzige Blüten abwerfen, müssen sie auch ebenso optimal mit Nährstoffen versorgt werden. Auch muss im Growmedium eine Umgebung hergestellt werden, bei der die Nährstoffaufnahme überhaupt ermöglicht wird. Zwei der wesentlichen Stichworte diesbezüglich lauten pH-Wert und EC-Wert. Mit dem pH-Wert beschäftigen wir uns in einem der kommenden Blog-Beiträge, im Folgenden soll näher auf den EC-Wert eingegangen werden.

Die Abkürzung EC steht für „electric conductivity“, ins Deutsche übersetzt also etwa „elektrische Leitfähigkeit“. Mittels dieser Leitfähigkeit kann der Salzgehalt eines Growmediums gemessen werden. Dabei gilt, dass ein höherer Salzgehalt auch für eine höhere Leitfähigkeit steht. Wenn es um den Cannabisanbau geht, wird der EC-Wert durch die jeweiligen Messgeräte in Millisiemens pro Zentimeter angegeben. Für die Nährstoffaufnahme einer Cannabispflanze ist der EC-Wert von großer Relevanz. Denn eine Cannabispflanze nutzt die Fähigkeit zur Osmose, um sich mit Wasser und den darin befindlichen Nährstoffen zu versorgen. Da die Pflanze das Wasser nicht trinken kann, und die Zellwände der Pflanze nur Wasser, nicht aber Salze durchlassen, wird das Wasser durch die Pflanzenmembran auf die Seite gelotst, die salziger ist.

Der richtige EC-Wert

Wenn der Salzgehalt in den Wurzeln höher ist als der Salzgehalt des Growmediums, bedeutet dies also, dass das Wasser mitsamt der darin befindlichen Nährstoffe über die Wurzeln aufgenommen werden kann. Ist das Salz-Verhältnis allerdings umgekehrt, also der EC-Wert im Boden höher als derjenige der Wurzeln, kommt die Umkehrosmose ins Spiel: der Boden entzieht dann den Wurzeln das Wasser, was selbstverständlich vermieden werden sollte. Somit sollte klar sein, dass der EC-Wert des Growmediums immer niedriger liegen muss als der EC-Wert der Pflanzenwurzeln.

An dieser Stelle kommen allerdings einige Variablen ins Spiel: Nicht nur haben die verschiedenen Cannabissorten unterschiedliche Anforderungen sowie Ober- und Untergrenzen, auch unterscheiden sich die optimalen EC-Werte bei Erdmedium auf der einen und hydroponischem Anbau beziehungsweise einem Anbau auf Kokos auf der anderen Seite. Allerdings variiert der optimale EC-Wert zusätzlich auch je nach Alter der Cannabispflanze – durchaus von Woche zu Woche. Wie bei allen Wissenschaften gibt es auch beim EC-Wert Vertreter verschiedener Lager, die jeweils leicht unterschiedliche Optimalwerte anpreisen. Fest steht auf jeden Fall, dass der „Salzhunger“ der Cannabispflanzen wöchentlich zunimmt. Bei einem Blick ins Netz wird man schnell fündig und kann sich nach verschiedenen EC-Wert-Tabellen und Handlungsempfehlungen von anerkannten, aber auch von selbsternannten Grow-Experten richten oder sich an diesen orientieren und eventuell nachjustieren.

Wie wird der EC-Wert geregelt?

Doch wie wird der EC-Wert genau geregelt? Vor allem drei Dinge haben Einfluss auf den EC-Wert: das Growmedium, das Gießwasser und der Dünger. Wenn auf Erde angebaut wird, sollte übrigens unbedingt auf eine gute und am besten vorgedüngte (Cannabis-)Pflanzenerde gesetzt werden, nicht zuletzt, da diese toleranter gegenüber suboptimalen EC-Werten ist. Das Gießwasser, das gegeben wird, wirkt sich natürlich auf den EC-Wert aus und sollte im Idealfall einen eigenen EC-Wert von 0,4 aufweisen. Auch der Dünger, der gegeben wird, wirkt sich auf den EC-Wert des Growmediums aus. Auch hier kann nur zum Einsatz eines hochwertigen Produkts geraten werden, da schlechte Dünger oft zu salzig sind. Aber auch mit Qualitätsprodukten sollte sorgsam umgegangen werden, da zu viel Dünger schnell zu deutlich zu hohen EC-Werten führen kann.

Mit einem kostengünstigen Messgerät kann ermittelt werden, ob der EC-Wert entsprechend den zu Rate gezogenen Tabellen entspricht. Ist er zu hoch, sollte man rasch das Salz aus den Cannabispflanzen herausspülen. Dafür werden bei Erde die Töpfe mit pH-neutralem Gießwasser (idealerweise mit einem EC-Wert von 0,4) in der doppelten bis dreifachen Menge des Erdvolumens gespült. Am Folgetag wird eine deutlich kleinere Menge Dünger als üblich gegeben, die nach und nach wieder auf die übliche Menge erhöht wird. Beim hydroponischen Anbau sollte das Wasser einfach ausgetauscht werden. Seltener ist der EC-Wert auch zu niedrig. Dann kann einfach der Leitungswasseranteil im Gießwasser erhöht – oder aber auch einfach etwas Küchensalz ins Wasser gegeben werden.

Newsletter abonnieren

Kaufen Sie Hanfsamen