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Germinate Cannabis Seeds

Cannabissamen: Die Unterschiede zwischen regulär, feminisiert und selbstblühend

Jahrtausende wurde Cannabis auf die immer gleiche Weise angebaut: auf den Feldern dieser Erde, Wind und Wetter ausgesetzt. Männliche und weibliche Pflanzen wurden nicht separiert – schließlich sollte auch im nachfolgenden Jahr wieder Cannabis wachsen. Bis vor grob 50 Jahren gab es daher kaum Menschen, die auf die Idee gekommen wäre, dass Cannabisblüten, Marihuana, auch ohne Samen daherkommen könnten. Wer Gras rauchen wollte, musste erst einmal die Samen herauspulen.

Drei Schritte vor und keinen zurück

Doch dann ging es immer schneller: nicht nur war allerspätestens mit dem Aufkommen und der Blüte der holländischen Coffeeshop-Kultur klar, dass sich der Trend Richtung Sinsemilla – also Cannabisblüten ohne Samen – drehen würde, auch wurde das Rennen um immer höhere THC-Werte eröffnet. Die Anteile an Tetrahydrocannabinol im Gras wurden in den Vereinigten Staaten und den Niederlanden durch bestimmte Züchtungen teilweise stark erhöht. Heutzutage sind Cannabissorten mit einem THC-Gehalt um die 20 Prozent beinahe schon Standard – auch wenn der Durchschnittsgehalt von in Europa konfiszierten Cannabisprodukten eher bei der Hälfte liegt. Doch das sind nicht die einzigen Neuerungen, denen der Markt unterworfen ist – man denke etwa an die Entwicklungen auf dem Gebiet der Vaporizer oder des Dabbens. Im medizinischen Bereich stehen seit Kürzerem die Cannabinoide neben THC, allen voran CBD, im Fokus.

Reguläre Samen

Aber die Cannabis-Züchter haben sich nicht irgendwann auf das ausschließliche Kreieren neuer THC- und neuerdings auch CBD-haltiger Sorten beschränkt, sondern haben auch zwei andere wesentliche Aspekte von Cannabis und Cannabissamen in neue Bahnen gelenkt, die vorher Jahrtausende verschlossen waren – die Rede ist von feminisierten Samen sowie selbstblühenden (autoflowering) Cannabissorten. Bis zur Einführung dieser beiden Dinge gab es im Fachhandel nur eins: reguläre Cannabissamen, wie sie seit dem ersten von Menschenhand durchgeführten Grow und auch schon lange davor von der Natur selbst genutzt wurden. Samen, die sich in etwa gleichen Teilen als männliche und weibliche Exemplare entpuppen, um den ewigen Kreislauf des (Cannabis-)Lebens in Gang zu halten.

Feminisierte Samen

Doch einige Züchter der Neuzeit dachten sich: wenn nun alle Konsumenten nach samenfreien Blüten verlangen, sollten wir dann nicht versuchen, anstatt die männlichen Exemplare der Cannabispflanzen auszusortieren, sobald sie zu erkennen sind, ihr Vorkommen direkt im (Achtung, halbes Wortspiel:) Keim zu ersticken? Das ist die Idee hinter feminisierten Samen: die Grower sollen sich keine Sorgen mehr um männliche Exemplare machen, die die weiblichen Pflanzen bestäuben und somit für Samen im Gras sorgen könnten. Gegen Ende des vorangegangenen Millenniums wurden die feminisierten Samen eingeführt und stellen bis heute einen Favorit vieler Grower dar. Wer jedoch selbst eigene Sorten züchten möchte, wird hingegen ohne männliche Pflanzen natürlich nicht glücklich.

Selbstblühende Samen

Eine weitere Entwicklung auf dem Markt der Cannabissamen stellten dann die selbstblühenden Cannabissorten dar, auch automatische Sorten genannt, die sich seit etwa zehn Jahren auch immer größerer Beliebtheit erfreuen. Streng genommen sind selbstblühende Sorten jedoch gar keine neue Erfindung – kommen sie doch in Form von Cannabis ruderalis, der (umstrittenen, da eventuell als Unterart von Cannabis sativa anzusehenden) dritten Cannabisart neben indica und sativa, bereits seit Ewigkeiten in der freien Natur vor. Selbstblühende Sorten werden gezüchtet, indem bestehende Cannabis-Strains mit Ruderalis-Strains gekreuzt werden.

Das besondere der Auto-Sorten ist dabei, dass sie bereits nach kurzer Zeit und dazu völlig unabhängig von der Anzahl der gegebenen Sonnen- oder Lichtstunden in die Blütephase gehen. Reguläre (wie auch feminisierte) Cannabissorten erreichen die Blütephase erst, wenn die Vegetationsphase mit ihren in der Regel 18 Lichtstunden auf die Blütephase mit in der Regel 12 Lichtstunden umgestellt wird. Gerade beim Outdoor-Anbau ist es allerdings nur unter großen Mühen möglich, die Lichtstunden von Cannabispflanzen zu verkürzen. Und so steht beim Einsatz von nicht selbstblühenden Samen die Ernte in Mitteleuropa erst gegen Herbst an, was durchaus auch einmal dafür sorgen kann, dass die Ernte aufgrund von schlechtem Wetter vorgezogen werden muss oder ganz misslingt.

Selbstblühende Pflanzen leiten bereits nach wenigen Wochen ganz automatisch die Blüte ein und sind meist nach acht bis zehn Wochen totaler Lebenszeit zur Ernte bereit. So können teilweise auch mehrere Outdoor-Grows pro Saison gestartet werden. Aber auch viele Indoor-Grower schwören auf den verkürzten Lebenszyklus von Auto-Pflanzen. Klar hingegen, dass die Erträge zum Ausgleich natürlich nicht ganz so üppig wie bei regulären und feminisierten Samen ausfallen. Die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen angebotenen Cannabissamen muss also jeder mit seinen eigenen Vorlieben und Anforderungen ausmachen.

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