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CBD in Deutschland: das ist die Gesetzeslage

Inzwischen kann man tatsächlich auch in Deutschland in einen Laden marschieren und sich sein Portiönchen Marihuana kaufen – ganz ohne Arztbesuch im Vorfeld, ohne lästige Verhandlungen mit der Krankenkasse und ohne Rezept. Ja, richtig gehört: nachdem sich CBD-Cannabis in der Schweiz und in Österreich zum regelrechten Boom entwickelt hat, werden auch die deutschen Cannabisunternehmer und Shopbetreiber immer hellhöriger und mutiger. Mutiger deshalb, weil es in Deutschland leider wie so oft (gerade in der Cannabis-Gesetzgebung) eigentlich nach wie vor keine klare Regelung bezüglich CBD-Blüten gibt – hierzulande macht eine juristische Grauzone die ganze Situation ziemlich undurchsichtig.

 

Die Schweiz als Vorbild?

Die Schweiz als Vorreiter in der CBD-Frage hat hingegen längst klar Schiff gemacht. Die entsprechende Produkte sind aus dem Alltag vieler Eidgenossen nicht mehr wegzudenken. Egal ob Tinkturen, Cremes, Kaugummis, Zigaretten oder eben einfach Blütenmaterial, egal ob in Tabakläden, in speziellen Hanf-Shops oder in Supermärkten, überall bekommt man sein CBD. Sogar die deutsche Supermarktkette Lidl hat die begehrten Blüten in ihren Schweizer Filialen als Tabakersatz in das Sortiment aufgenommen. Pressewirksam in Szene gesetzte Events wie das Verteilen des größten CBD-Spacecakes der Welt am Zürcher Hauptbahnhof tragen ihren Teil zu einer immer weiter steigenden Akzeptanz in der Bevölkerung bei. Und auch in Österreich ist man den Deutschen einige Schritte voraus, dort kann man sein CBD-Gras sogar schon an Automaten auf der Straße erstehen.

 

CBD ist was ich dreh!?

Doch genug auf die freizügigen Nachbarn geschielt – wie genau stellt sich denn die Lage in Deutschland dar? Nun, wie bereits angedeutet, alles andere als klar geregelt: das in Hanfpflanzen enthaltene Cannabinoid Cannabidiol (CBD) unterliegt im Gegensatz zum Wirkstoff THC nicht dem Betäubungsmittelrecht, da es keine Rauschwirkung hervorruft. Dem Wirkstoff werden nur leicht entspannende bis angstlösende Wirkungen nachgesagt. Außerdem wird CBD nicht als Arzneimittel kategorisiert, sondern als bloßes Nahrungsergänzungsmittel. Der Verkauf von CBD-Hanfblüten gestaltet sich als Sonderfall: diese dürfen, ganz wie auch in der Schweiz, allerhöchstens 0,2 Prozent des berauschenden Cannabinoids THC enthalten und müssen, im Gegensatz zur Schweiz, aus zertifizierten EU-Nutzhanfsorten gewonnen werden, die zum Beispiel zur Tierfutter- oder Faserherstellung angebaut werden. Für den (Rauch-)Konsum sind besagte Hanfgewächse eigentlich nicht vorgesehen und dementsprechend auch nicht dafür zugelassen.

 

Die deutsche Grauzone

Daraus ergibt sich nun die folgende, irgendwie typisch deutsche Grauzonen-Regelung, in der das Produktmarketing eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt: solange CBD-Blüten nicht als medizinisch wertvolles Produkt vermarktet und eben nicht als Rauchware, sondern zum Beispiel als Tee angepriesen werden, wird der Verkauf (momentan) meistens geduldet. Die Unklarheit liegt unter anderem auch daran, dass es keine geeigneten Präzedenzfälle gibt, an denen sich die Rechtsprechung orientieren könnte. Zwar bekam ein seit 1997 existierender Hanf-Laden aufgrund des Verkaufs von Nutzhanf Probleme mit den Behörden, allerdings handelte es sich auch um eine Verkaufsmenge von mehreren Kilogramm. Das Oberlandesgericht Hamm argumentierte damals, dass es theoretisch möglich sei, aus dieser Menge an Nutzhanf eine illegale Menge an THC zu extrahieren.

 

Die neuen Player am Markt

Für die zahlreichen trendigen CBD-Hanf-Shops, die in diesen Tagen in vielen Bundesländern aus dem Boden sprießen, kann dieses Urteil also nur bedingt zur Orientierung taugen. Shops wie die „Hanfbar” oder „Tom Hemps“ in Berlin wiegen die mangelnde Rechtssicherheit mit Risikobereitschaft und Enthusiasmus auf. Mithilfe von Influencern und insbesondere cannabisaffinen deutschen Rappern wie Marvin Game, Herzog oder Plusmacher wird versucht, den Industriehanfprodukten einen neuen Glanz zu verleihen. Aus diesem Grund werden die meisten CBD-Blüten auch nicht unter ihren originalen, leicht kryptischen Sortenbezeichnungen, wie zum Beispiel Futura 75, verkauft, sondern mit bekannten Namen wie Purple Haze oder So Mango geschmückt. Da dies natürlich nichts am Inhalt ändert, wird der wahre Connaisseur wohl auch nach wie vor mit dem Kauf erprobter und hochwertiger CBD-Sorten von Seedsman besser beraten sein.

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