Seedsman Blog

Die Rolle von Cannabis im deutschen Hip-Hop

In Deutschland hat sich in den letzten Jahren in Bezug auf die öffentliche Wahrnehmung von Cannabis einiges zum Positiven gewandelt. Letzter Meilenstein war das Medizin-Gesetz, dass im März 2017 in Kraft trat und zumindest endlich eine medizinische Legalisierung regelte. So mangelhaft ausgearbeitet das Gesetz teilweise auch sein mag, für eine positive Weiterentwicklung der gesellschaftlichen Akzeptanz von Cannabis war es ein gewaltiger Schritt in die richtige Richtung.

Akzeptanz durch Promis?

Ebenfalls eine ganze Menge Förderliches in Sachen gesellschaftlicher Akzeptanz kommt aus einer ganz anderen, eher abgründigen Richtung, aber dazu später mehr. Zunächst einige grundsätzliche Beobachtungen zum deutschen Umgang mit Cannabis: während es beispielsweise in den USA nichts Ungewöhnliches ist, dass sich Celebrities und Superstars in positiver Weise zum Thema Cannabis zu Wort melden und regelrecht für die Pflanze werben, herrscht in Deutschland eher peinlich berührtes Schweigen. Einer in der Öffentlichkeit Blunts rauchenden Rihanna steht hierzulande eine Maria Furtwängler gegenüber, die von irgendwelchen Cannabis-Jugendsünden von vor 50 Jahren schwadroniert und für ihren vermeintlichen „Klartext“ vom Nachrichtenmagazin Stern noch für ihren „Mut“ bewundert wird. Wobei, noch exemplarischer für die Situation im verklemmten Land der Dichter und Denker sind Aussagen wie von Elyas M’Barek, der den Boulevard-Lesern doch tatsächlich erzählen will, Cannabis sei nur so ein Teenager-Ding…

Akzeptanz durch Musik?

Ganz andere Töne kommen dagegen, verstärkt in den letzten Jahren, aus dem deutschen Hip-Hop. Auch in Deutschland hat die einstige Nischen-Musik ihren Weg in den Mainstream gefunden und zählt, wie fast überall in der Welt, längst zu den populärsten und kommerziell erfolgreichsten Genres überhaupt. Als Lebensbestandteil einer Underground-Szene hatte das Kiffen im deutschen Rap schon zu Beginn der neunziger Jahre, wenn auch keine elementare Rolle, so doch zumindest einen festen Platz eingenommen. Spätestens gegen Ende der Dekade stellten Künstler wie Sido und Samy Deluxe den Cannabiskonsum (und den illegalen Handel damit) verstärkt in den Fokus ihrer Tracks und vertraten offensiv ihre Vorliebe für das entspannende Kraut. Ganz nach dem Vorbild der Vereinigten Staaten von Amerika rückten Cannabisthemen im Zuge der Entstehung einer deutschsprachigen Gangsta-Rap-Bewegung immer stärker ins Zentrum der Lyrics und wurden teilweise sogar zu einem wichtigen Element des künstlerischen Selbstverständnisses, der Imagebildung und damit der Vermarktungsstrategie.

Akzeptanz durch Weed-Rap?

In Sachen Glorifizierung und Konsum von Marihuana ist der Hip-Hop sogar im Begriff den Reggae als Kiffer-Musik schlechthin abzulösen. Heute ist mindestens ein reinrassiger Stoner-Track pro Rap-Album obligatorisch: Das Duo SXTN chillt im „Bongzimmer“, Hanybal und Nimo fliegen in Richtung „Vanilla Sky“ und Bonez MC, Kopf der 187 Straßenbande fragt in der Hook zu „Marioana“ ungeduldig, „wann wird das Ott legal“. Parallel dazu hat sich eine Art eigene Hip-Hop-Spielart abgespalten, die sich inhaltlich ausschließlich und komplett nur unserem liebsten Kraut widmet, der sogenannte Weed-Rap. Bekannte Vertreter dieser Schiene sind beispielsweise Künstler wie Herzog, Plusmacher, Haze und King Keil, die sich an berühmten US-Vorbildern wie Wiz Khalifa oder Snoop Dogg orientieren. Album-Titel wie „Weedman Begins“, „Kush Hunter“ oder „Vollbluthustler“ sprechen eine deutliche Sprache.

Der Kreis schließt sich…

Mit Herzog und Plusmacher ließen es sich zwei Vertreter des Weed-Rap auch nicht nehmen, in Kollaboration mit Samenbanken ihren eigenen Strain zu kreieren. Der „Kush Hunters“-Strain (Plusmacher & Botanikker) wurde in der Schweiz kreiert, dementsprechend handelt es sich um einen CBD-Strain mit einem THC-Maximalgehalt von 0,2 Prozent, „Herz OG“ (Herzog) dagegen, das in Spanien entwickelt wurde, knallt auch ordentlich. Wie auch immer, bei den Fans ziehen derartige Marketingmaßnahmen natürlich sowieso hervorragend und das Vorbild macht inzwischen Schule.

Wer jetzt selbst neugierig geworden ist, kann zum Beispiel die von der Samenbank Exotic Seeds entwickelten „Herz-OG“-Samen hier günstig bestellen.

Newsletter abonnieren

Aktuellste Posts:

Kaufen Sie Hanfsamen