Seedsman Blog

Legales medizinisches Marihuana verringert Alkoholkonsum und Opioid-Einnahme

Nun ist seit einigen Jahren in verschiedenen amerikanischen Bundesstaaten der Verkauf und Konsum von Marihuana zum medizinischen oder freizeitlichen Gebrauch legal. Dies ist nicht nur an und für sich gut, sondern auch von Vorteil für die Legalisierungsbemühungen anderer Bundesstaaten und Länder. Denn durch die Legalisierungen liegen harte Fakten vor, die zusammengefasst so ausgedrückt werden können: durch die Legalisierung von Marihuana, medizinisch oder zum Spaß, kommt es praktisch nicht zu Nachteilen für die Bevölkerung – im Gegenteil, immer wieder kommt es zu Meldungen, die die positiven Effekte einer Cannabisfreigabe belegen.

Bier vs. Weed

So zeigte nun eine Studie von Wissenschaftlern der Universität von Connecticut und der Andrew Young School of Policy Studies in Atlanta, dass legales medizinisches Marihuana einen Rückgang der Alkoholverkäufe bewirkt: es wurden die Alkoholverkäufe der Jahre 2006 bis 2015 von amerikanischen Bundesstaaten mit medizinischem Marihuana denen der Staaten ohne legale Bezugsmöglichkeit von Cannabis gegenübergestellt. Die Verkäufe von Bier waren in den Cannabis-Staaten um 13,8 Prozent gesunken, die von Wein sogar um 16,2 Prozent. Als erster Bier-Hersteller weltweit unternahm der Alkoholproduzent Constellation Brands kürzlich entsprechende Maßnahmen und kaufte sich mit 10 Prozent beim kanadischen Cannabisproduzenten Canopy Growth ein.

Opioide vs. Weed

Doch nicht nur die Hersteller von Alkohol müssen mit Umsatzeinbußen klarkommen. Auch Pharmaunternehmen leiden vermutlich unter frei verfügbarem medizinischen Marihuana, da es sich zur Linderung vieler Symptome nutzen lässt. In den USA ist aber nicht nur medizinisches Marihuana weitverbreitet, sondern leider auch der Einsatz von Opioiden. Ein Umstand, der sich inzwischen landesweit zu einer regelrechten Plage entwickelt hat. Viele Amerikaner sind nicht zuletzt aufgrund der sorglosen und massenweisen Verschreibung von Opioiden nach diesen abhängig geworden oder sogar auf Heroin umgestiegen.

Durch die Freigabe von medizinischem Marihuana konnten Forscher der Universität von Neumexiko sich mit der Frage beschäftigen, ob Cannabiskonsum dabei behilflich sein kann, die Einnahme von Opioiden zu reduzieren. Über einen Zeitraum von fast zwei Jahren wurden 37 Schmerzpatienten, die Opioide und Cannabis verschrieben bekommen hatten, mit einer Gruppe aus 29 Schmerzpatienten verglichen, deren Mitglieder zwar alle ebenfalls Opioide verschrieben bekamen, allerdings kein Cannabis. Es zeigten sich zwei Effekte, die durch die gleichzeitige Einnahme von Marihuana bedingt waren: zum einen nahmen diejenigen, die zeitgleich auch Cannabis konsumierten, seltener Opioide oder stellten die Einnahme häufiger ganz ein. Zum anderen wurde von den Cannabispatienten auch angegeben, dass sie sich rundherum wohler fühlten. Einzig kleinere Beeinträchtigungen durch den Cannabisrausch an sich wurden von den Probanden als nachteilig angegeben.

Weitere Vorzüge

Weitere Studien belegen andere Vorteile, die sich in den US-Staaten mit einer Legalisierung ergeben haben. Vor einem Jahr wurde im “American Journal of Public Health” eine Studie vorgestellt, die aufzeigte, dass in den Staaten mit einer Legalisierung von medizinischem Marihuana die Zahl der Verkehrstoten zurückging. In Staaten mit legalem Konsum starben im Schnitt 26 Prozent weniger Menschen bei Unfällen als in Staaten mit Cannabis-Verbot. Dieser Trend könnte mit dem zuvor angesprochenen Rückgang des Alkoholkonsums Hand in Hand gehen. Auch die wenig nachvollziehbare Befürchtung einiger Cannabis-Gegner, eine Legalisierung könnte den Cannabiskonsum unter Jugendlichen ansteigen lassen, wurde inzwischen durch die Faktenlage widerlegt.

Newsletter abonnieren

Kaufen Sie Hanfsamen