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Marlene Mortler

Marlene Mortler bleibt Drogenbeauftragte Deutschlands

Schwere Zeiten für alle deutschen Cannabisfreunde: nicht nur, dass es nun weitere vier Jahre der Großen Koalition aus SPD und CDU/CSU geben wird – was in vielen Bereichen weiterhin politischen Stillstand bedeutet –, es kommt sogar noch dicker. Marlene Mortler (CSU) wird wieder den Posten der Drogenbeauftragten bekleiden. Mortler, das ist die Frau, die auf Interview-Fragen, die auf gestrecktes Marihuana abzielen, antwortet: „Wenn ich nicht weiß, was drin ist, kann ich das auch nicht konsumieren.“

Stehengeblieben im Jahr 1961

Für die deutsche Legalisierungsbewegung könnte es nicht schlimmer kommen. Die deutsche Cannabisszene wirft Marlene Mortler vor, sich in keinster Weise mit Cannabis auseinanderzusetzen, sondern einfach nur stumpf auf die Beibehaltung der Prohibition zu bestehen und in diesem Sinn jegliche Erkenntnisse der letzten Jahre über Cannabis zu ignorieren. So lässt Frau Mortler schon mal Sätze wie diesen hier in einem Interview fallen: „Ich will nicht, dass Cannabis legalisiert wird. Wir halten uns an die Konvention, die wir 1961 schon unterschrieben haben.“

Hopfen vs. Hanf

In dem Jahr war die inzwischen 63-Jährige übrigens sechs Jahre alt. Eine noch weit länger andauernde Historie bietet allerdings der Hopfenhof Mortlers, der bereits seit dem Jahr 1780 in Familienbesitz ist. Richtig gelesen: die deutsche Drogenbeauftragte, die so sehr gegen Marihuana kämpft, besitzt einen Hopfenhof. Und ja – Hopfen wird zum Bierbrauen eingesetzt. Bier, das ist diese legale Droge, die jedes Jahr Zehntausende Deutsche in den Tod bringt. Zitat Mortler: „Als Drogenbeauftragte würde ich nicht so weit gehen zu sagen, der Alkohol sei Gott gegeben, aber…“

Niemand will eine Mauer bauen…

Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man darüber lachen – so wie sich die Mitglieder des Deutschen Bundestags neulich lauthals in einer Sitzung kaputtlachten, als Marlene Mortler verkündete: „Ich bin laufend im Gespräch mit Suchthilfeeinrichtungen, ich bin laufend im Gespräch mit der Polizei – was meint ihr, sollen wir hier lockern, in Richtung Legalisierung? Ich hab noch keine Stimme gefunden, die hier Ja gesagt hat.“

Cannabis ist verboten, weil es illegal ist

Leider ist die deutsche Drogenbeauftragte tatsächlich für ihre Sturheit weitreichend berüchtigt – und für ihre absolute Ablehnung, sich mit den Argumenten einer Legalisierung auseinanderzusetzen. Auf die Interview-Frage, warum Alkohol legal, Cannabis aber verboten ist, antwortete Mortler: „Weil Cannabis eine illegale Droge ist. Punkt.“

Einzelmeinung!

Ja, man kann schon durchaus behaupten, dass sich Frau Mortler nicht sonderlich um die Realität hinsichtlich Cannabis schert – auf die Interview-Frage, dass es doch ein Argument sei, wenn man sich ansieht, dass die Cannabis-Legalisierungen im Rest der Welt ja auch funktionieren, ohne dass Sodom und Gomorra hereinbrechen würden, antwortete sie: „Das ist eine absolute Einzelmeinung.“

Hilfe!

Am 1. Juni 2017 wandte sich Cem Özdemir von den Grünen in einem offenen Brief an Marlene Mortler und beschied ihr, ihre Drogenpolitik sei „krachend gescheitert“: „Es fehlen jegliche Impulse für eine grundlegende Reform der Drogenpolitik in Deutschland. Ja, es fehlt sogar der Wille, ehrlich der Frage nachzugehen, ob die heutige Drogenpolitik überhaupt ihre Ziele erreicht“, schreibt Özdemir und hält in seinem Brief fest, dass eine gesetzliche Regulierung von Cannabis und eine Freigabe an Volljährige sowohl die Problematik des Schwarzmarkts als auch des nicht funktionierenden Jugendschutzes hinfällig machen würden.

Aber stattdessen gibt es nun vier weitere Jahre Mortler in Deutschland. Herzlichen Glückwunsch!

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