Seedsman Blog

„Schon ein einziger Joint kann Schizophrenie verursachen“ 
– Daily Mail

Kaum eine andere Horrorgeschichte wird von Cannabis-Gegnern so oft aus dem Hut gezogen, wie das allseits bekannte Narrativ, dass der Konsum von Marihuana Schizophrenie verursacht. So oder so ähnlich tönt es seit Jahrzehnten aus der Ecke der Prohibitionsbefürworter und unkritische Medien greifen das vermeintliche Argument nur allzu gerne auf, um es zu passender Gelegenheit wieder und wieder aufzuwärmen. Man beruft sich auf die Wissenschaft, es existieren schließlich zahlreiche Studien zu dem Thema. Doch wie so oft wird bei der Auswertung geschlampt: Datenerhebungsmethodiken werden nicht hinterfragt, Resultate (ob bewusst oder unbewusst) fehlinterpretiert, vergleichbare Studie mit gegenteiligen Ergebnissen gleich ganz ausgeblendet.

Shizophrenie…

Zur Annäherung an das umstrittene Thema zunächst ein paar einleitende Fakten zum Krankheitsbild Schizophrenie. Die Missverständnisse fangen nämlich schon bei der Bezeichnung der Krankheit an: Wörtlich übersetzt heißt Schizophrenie zwar „Spaltungsirresein“. Doch entgegen landläufiger Meinung hat der Zustand nichts mit einer gespaltenen Persönlichkeit à la Dr. Jekyll und Mr. Hyde zu tun. Die Schizophrenie gehört zum Krankheitsbild der Psychosen und lässt sich damit grob als psychische Erkrankung mit Realtitätsverlust einordnen. Akute Symptome umfassen optische und akustische Halluzinationen (wie zum Beispiel die Wahrnehmung imaginärer Stimmen) und Verfolgungswahn. Es dürfte auch nicht jedem bekannt sein, dass es sich um eine relativ häufig vorkommende Störung handelt, die in der Bevölkerung in etwa so häufig auftritt wie chronisches Rheuma, zurzeit gibt es circa 800.000 bekannte Fälle in Deutschland.

…und Drogen

Als wissenschaftlich gesichert gilt die Erkenntnis, dass Schizophrenie im Zusammenhang mit dem Konsum und Missbrauch von Rauschmitteln beziehungsweise -giften steht. Das schließt Cannabis mit ein, genauso wie alle anderen mehr oder weniger populären Substanzen, und gilt ausdrücklich genauso für Alkohol. Worin genau jetzt besagter Zusammenhang besteht, das ist der Dreh- und Angelpunkt einer ideologisch aufgeladenen Debatte. Keineswegs jedenfalls kann man es sich so einfach machen, zu behaupten, der übertriebene Konsum von Mittel XY mache schizophren, ganz gleich um welche Substanz es sich handelt. Es gilt nämlich mittlerweile als ebenfalls gesichert, dass der Krankheitsausbruch in erster Linie von der genetischen Disposition abhängig ist. Der modernen Forschung gelang es, Genome zu isolieren und zu entschlüsseln, die auf ein erhöhtes Risiko der Erkrankung an Schizophrenie hinweisen. Man konnte außerdem herausfinden, dass besagte Genome auffällig häufig zusammen mit anderen Chromosomen auftreten, die für die Entwicklung von Süchten verantwortlich sind.

Shizophrene Berichterstattung?

Ist es also nicht viel eher wahrscheinlich, dass die schizophrene Erkrankung bereits im Erbgut des Individuums einprogrammiert ist und bestimmte Faktoren, wie zum Beispiel der Konsum von Substanzen oder Umweltfaktoren wie traumatische Erlebnisse, die Krankheit zwar auslösen können, nicht aber die Ursache sein können? Schon 2014 legte eine kleinere Studie (etwa 2.000 Teilnehmer) in der Fachpublikation „Molecular Psychiatry“ nahe, dass ein derartiger Kausalzusammenhang wissenschaftlich nicht belegbar sei und schloss mit dem Fazit, dass vielmehr ein erhöhtes Schizophrenie-Risiko mit einer größeren Wahrscheinlichkeit des Cannabiskonsums einhergehe. Im Vergleich zu der im Titel stehenden Pressemeldung der englischen „Daily Mail“ ein himmelweiter Unterschied!

Studienlage

In dieselbe Kerbe schlägt nun eine neue, mit etwa 180.000 Probanden deutlich aufwändigere DNA-Studie, die anhand von Daten englischer Gesundheitsbehörden und der DNA-Test-Firma 23andMe vom QIMR Berghofer Institute in Brisbane, der niederländischen Radboud-Universität und der amerikanischen Virginia Commonwealth University durchgeführt wurde. Professorin Eske Derks, eine der Leiterinnen der damit weltweit umfassendsten genetischen Studie zu diesem Untersuchungsgebiet, kommt, wie ihre Vorgänger, zu folgendem Schluss: „Menschen, die genetisch veranlagt sind, Schizophrenie zu entwickeln, haben ein höheres genetisches Risiko, Cannabis zu konsumieren“, eventuell sogar um Symptome von Schizophrenie zu lindern. Andersrum würde jedoch kein Schuh draus, wie Eskes betont: „Diese Ergebnisse schließen nicht aus, dass Cannabiskonsum auch zum Ausbruch von Schizophrenie beitragen könnte, aber wir haben in dieser Studie keine Beweise dafür gefunden.“

CBD tut nicht weh

Wer also Fälle von Schizophrenie in der näheren Verwandschaft hat, sollte sich, zumindest in jüngeren Jahren (die meisten Schizophrenien kommen im Alter zwischen 20 und 25 zum Ausbruch), vielleicht auf den Konsum von CBD-Sorten, wie zum Beispiel Dinamed CBD, beschränken. Und alle, bei denen das nicht der Fall ist, sollten sich im wahrsten Sinn des Wortes nicht von voreiligen oder voreingenommen Journalisten verrückt machen lassen.

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