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YouTube sperrt weltweit Cannabis-Kanäle

Als Cannabisliebhaber hat man es nicht leicht – was man auch tut, man kann immer unverschuldet in Schwierigkeiten geraten, bloß weil man zufällig in einer Zeit lebt, in der Marihuana und Co. für ein- oder zweihundert Jahre verboten sind. Auf der anderen Seite leben die Menschen heutzutage auch in einer Zeit, die viele Annehmlichkeiten bietet, die schon längst zum selbstverständlichen Alltag geworden sind – etwa das Internet mit all seinen Vorzügen. Dazu gehört ohne Zweifel auch die Website mit den zweitmeisten Aufrufen der Welt: YouTube, das Videoportal im Besitz von Google.

400 Stunden pro Sekunde

YouTube bietet jedem die Möglichkeit, eigene Videos hochzuladen. Dies wird auch ausgiebig genutzt, bereits 2015 wurden pro Minute mehr als 400 Stunden Videomaterial hochgeladen: Ausschnitte und Trailer aus Film und Fernsehen, Musikvideos oder Musik ohne Videos, Videotagebücher, Tutorials und alles, was man sich nur vorstellen kann. Dazu gehören natürlich auch immer wieder Videos, die kein Mensch sehen möchte, oder Videos, die YouTube nicht verbreitet wissen möchte, etwa Pornographie.

Werbung ist Geld

Denn Pornographie, das gefällt den Werbekunden nicht. Doch leider gefällt den Werbekunden anscheinend noch etwas anderes nicht: illegale Drogen. Und wie es der Zufall will, ist auch die Cannabispflanze momentan in weiten Teilen der Welt als illegale Droge eingestuft. Die ersten zwölf Jahre des Bestehens schien dies für YouTube (trotz anders lautender Nutzungsbedingungen) kein Problem darzustellen, doch seit mehreren Monaten häufen sich die Kanal-Löschungen von Cannabis- und Drogenkanälen extrem. Und das weltweit. So wurden beispielsweise die Kanäle der spanischen Cannabissamenbank Dinafem oder des amerikanischen Growers UrbanRemo gelöscht. Angeblich sollen bereits mehr als die Hälfte der Cannabis-Kanäle bei YouTube verschwunden sein.

Drogen unerwünscht

Insgesamt wurden allein im letzten Quartal des Jahres 2017 über acht Millionen Videos durch YouTube gelöscht – acht von zehn Videos durch automatische Algorithmen, die keinerlei Überprüfung durch Menschen benötigen. Dies alles geschieht, um die internen Richtlinien YouTubes strenger durchzusetzen, ungewolltes Videomaterial zu entfernen und Werbekunden nicht zu verärgern. Denn seit 2007 kann jeder, der Videos bei YouTube hochlädt, auch Werbung vor diese schalten lassen. Dies führt aber auch zu Kombinationen, die den Werbekunden unter Umständen nicht gefallen: wer für Babynahrung oder eine Ausbildung bei der Polizei wirbt, möchte vermutlich nicht vor Drogenvideos geschaltet werden.

Informationen aber auch

Auch viele deutsche Cannabis-Kanäle, beispielsweise Exzessiv TV, aber auch allgemeine Drogenkanäle wie Simon Ruanes Kanal Open Mind, in dem über Drogen aller Art in humorvoller und aufklärerischer Weise berichtet wird und der über 300.000 Abonnenten aufweisen konnte, wurden einfach von YouTube ohne nähere Begründung geschlossen: dazu reichen drei Verwarnungen von YouTube, die allerdings nicht genauer spezifiziert werden (auch auf Nachfrage nicht). Und so werden Cannabis-Kanälen derzeit innerhalb kürzester Zeiträume drei sogenannte Strikes erteilt – und mit dem dritten dann der Kanal gesperrt. Selbst Kanäle wie Der Hanfmann wurden gelöscht, obwohl dort ausschließlich CBD besprochen wurde.

Kanal-Löschungen

Innerhalb weniger Wochen hat YouTube damit alle relevanten Cannabis-Kanäle in deutscher Sprache ausgelöscht – übrig ist derzeit noch der Kanal des Hanfverbands, der von YouTube eventuell als seriöser eingestuft wird als andere Kanäle, die hauptsächlich der Monetarisierung oder zu Werbezwecken dienen. Die wenigen anderen verbleibenden deutschsprachigen Cannabis-Kanäle haben schnell reagiert und auf „privat“ gestellt, was aber im Endeffekt auch bedeutet, dass praktisch keinerlei Neu-Abonnenten zu erwarten sind.

Und nun?

Dieser Zensur von YouTube kann man praktisch kaum entgegenwirken, ist es doch sozusagen „Hausrecht“ von YouTube, alles zu löschen und zu sperren, wie es der Firma beliebt. Und selbst wenn YouTube mit diesem Schritt ein paar Millionen Menschen verärgern würde – unterm Strich rechnet es sich vermutlich immer noch… daher muss das Problem grundsätzlich angegangen, Cannabis weltweit legalisiert werden.

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